Evangelische Kirchenkreise

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Schillernd und vielschichtig im Sandsteinmuseum

Museum in Havixbeck zeigt Ausstellung über Luthers Leben und Wirken in seiner Zeit.

Es war deutlich spürbar, dass es dem Leiter des Baumberger Sandsteinmuseums in Havixbeck Dr. Joachim Eichler ein Herzensanliegen war, die Ausstellung „Hier stehe ich - #Here I stand“ zusammen mit dem Ökumenischen Arbeitskreis der Havixbecker Kirchengemeinden in sein historisches Museum zu holen.
Als ihm die verkleinerte Variante der großen Ausstellung zum Reformationsjubiläum vom Deutschen Historischen Museum in Berlin angeboten wurde, griff er sofort zu. Der zweisprachige Titel erkläre sich daraus, dass die große Ausstellung auch für die USA konzipiert wurde, erklärte Eichler.
Zu Beginn seines Geschichtsstudiums beschäftigte sich der in der evangelischen Grafschaft aufgewachsene Eichler mit Martin Luther und der Neuzeit, denn, so der Historiker, diese beginne mit dem Reformator. Luthers Schriften hätten die Bauern auf sich bezogen und damit den Bauernkrieg 1525 begonnen. „So verbindet man den Reformator mit dem Bauernkrieg. Ob das so richtig ist, bezweifle ich“, meinte Eichler.
Umfassend schildert die Ausstellung auf 30 Tafeln, die sieben Themenbereichen zugeordnet sind, wie die Reformation begann, aus welchem menschlichen und religiösen Umfeld Luther stammte, welche Krisen außer dem Bauernkrieg die Reformation damals auslöste und wohin der Weg der evangelischen Kirche bis heute führte.

Auch Dr. Oliver Kösters, seit 2011 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Havixbeck, freute sich über die Präsentation der Schau im Museum. „Luther war nicht der einzige Reformator. Das Gedankengut war da, die Zeit war reif dafür“, meinte der Theologe.
Auch die Schattenseiten Luthers werden in der Ausstellung erwähnt, allem voran seine Schrift gegen die Juden. „Die Nazis haben sich auf diese Lutherschrift berufen“, bedauerte Kösters „Luther war ein faszinierender Mensch, weil er Gott und dem Glauben treu geblieben ist.“ Er sei allerdings auch kein Heiliger gewesen, sondern eine schillernde, vielschichte Figur. „So muss sich heute jeder selbst fragen, was ihn an ihm berührt oder abstößt.“

■ Die Ausstellung ist noch bis Anfang Juli im Baumberger Sandsteinmuseum Havixbeck zu sehen. Mit der kostenfreien App „#Here I stand“ haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, spielerisch eine Rallye durch die Plakat-Schau zu machen.

 

Elvira Meisel-Kemper

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