Evangelische Kirchenkreise

Münster, Tecklenburg, Steinfurt-Coesfeld-Borken

Einfach frei – Protestantismus mit Humor und Tiefgang - Reformationsempfang des Evangelischen Kirchenkreises Münster im Rathausfestsaal

Mit einem festlichen Empfang erinnerte der Evangelische Kirchenkreis Münster am Wochenende an 500 Jahre Reformation. Uwe Völkel, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft in Festsaal des Rathauses Münster.

Am 31. Oktober 2017 habe Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlicht und damit etwas in Gang gesetzt, was zu grundlegenden kirchlichen und dann auch gesellschaftlichen Veränderungen geführt habe und am Ende auch zur Entstehung der Evangelischen Kirche. Die evangelische Kirche "selbst" allerdings wolle man mit diesem Abend nicht feiern, sondern gefasst in das Motto des Abends 'Einfach frei' die refomatorische Botschaft der Freiheit.

Wertvolle Impulse dieser Botschaft seien bis heute auch für Münster prägend, betonte Oberbürgermeister Markus Lewe, der dem Evangelischen Kirchenkreis seine Anerkennung und seinen Dank für dessen aktive Mitgestaltung wichtiger stadtgesellschaftlicher Handlungsfelder zum Ausdruck brachte. Gemeinsam mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und dem stellvertretenden Geschäftsführer der Handwerkskammer Münster Knut Jürgen Heine stellte er sich den Fragen von Pfarrerin Kathrin Neuhaus-Dechow, die durch den Abend führte. Das gute ökumenische Miteinander der beiden großen christlichen Kirchen wurde greifbar, als Weihbischof Zekorn die Grundlagen christlicher Freiheit mit Lutherzitaten beleuchtete, während Heine das notwendige Miteinander von Freiheit und Ordnung in den Mittelpunkt stellte.

Prof. Dr. Christian Grethlein, Evangelisch Theologische Fakultät der WWU erläuterte den Gästen auf humorvolle Art das Motto des Abends und führt ein in eine der Hauptschriften Martin Luthers: "Von der Freiheit eines Christenmenschen". Anknüpfend an dessen zweifache Bestimmung des Freiheitsbegriffes schlug er augenzwinkernd vor, für das eintausendste Reformationsjubiläum den Slogan 'Zweifach frei' zu nutzen. Einsichtig feierte der Kirchenkreis anschließend unter verändertem Motto weiter.

Einen im wahrsten Sinne des Wortes bezaubernden Glanz verlieh dem Abend der Musikkabarettist Andreas Gundlach aus Berlin, der mit "Musik in aller Freiheit" begeisterte, nicht nur durch freie Variationen des Lutherliedes "Ein feste Burg ist unser Gott", das er in beeindruckende Jazzklange verwandelte, sondern auch durch Wortwitz und Akrobatik am Flügel. Gundlach bewies, dass Bach, Jonglage und das Lösen eines Zauberwürfels auch Hand in Hand gehen können. Damit nicht genug überraschte die nicht angekündigte Gospelsängerin Anni Barth mit dem bekannten Lied Amazing grace und verlieh dem Abend Gänsehauteffekte. Bei kulinarischen Köstlichkeiten und Lutherbier ließen die gut gelaunten Gäste den Abend lange und 'Einfach frei' ausklingen.

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